Verantwortung – Volker Wissing über politischen Anstand

Shownotes

In dieser Podcast Folge sprechen wir im Rahmen des Trend2Go Events mit Dr. Volker Wissing über sein neues Buch „Verantwortung“. Darin blickt der ehemalige Bundesminister für Digitales und Verkehr nicht nur auf den Bruch der Ampelregierung im November 2024 zurück, sondern auch auf eine politische Kultur, die zunehmend von Lagerdenken und Konflikten geprägt ist.

Über BASECAMP auf die Ohren – Digitales und Politik: Authentisch, inspirierend und mit Herz von uns für Sie! Der Live Podcast aus dem BASECAMP, der Plattform zum digitalen Vordenken und Machen in Berlin. Wir laden dazu Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Medien zu uns ein und diskutieren die wichtigsten Fragen über Digitales und Politik.

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00:00:02: Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von Basecamp auf die Ohren Digitales und Politik.

00:00:08: Authentisch, inspirierend und mit Herz – von uns für Sie!

00:00:13: Wir sprechen heute mit Dr.

00:00:14: Volker Wissing über sein neues Buch Verantwortung.

00:00:17: Darin blickt der ehemalige Bundesminister für Digitales-und Verkehr nicht nur auf den Bruch der Ampelregierung im November, zw.

00:00:24: hier zurück sondern auch auf eine politische Kultur, die zunehmend von Lagerdenken und Konflikten gepflegt ist.

00:00:32: Er beschreibt Zerwürfnisse und Entscheidungsdruck aus nächster Nähe.

00:00:36: Und fragt zugleich, was politische Verantwortung heute bedeutet?

00:00:40: Aber hören Sie selbst!

00:00:42: Mein Name ist Nicole Niehaus-Lauk und ich wünsche Ihnen nun viel Freude am Zuhören und beim Weiterdenken.

00:00:51: Herzlich willkommen bei uns im Basecamp.

00:00:53: Schön dass sie alle hier sind sowohl hier vor Ort oder natürlich auch im Livestream.

00:00:59: Wir sprechen heute über Verantwortung.

00:01:01: Verantwortung ein großes Wort, das wir oft verwenden und dessen Bedeutung gerade in bewegten Zeiten immer wieder neu ausgehandelt wird.

00:01:09: Wer trägt Verantwortung für politische Entscheidungen?

00:01:13: Für gesellschaftlichen Zusammenhalt?

00:01:15: Für den Umgang miteinander oder auch für die Zukunft unseres Landes?

00:01:20: Unser heutiger Gast lernt die Herausforderung politischer Verantwortung wie kaum ein anderer!

00:01:26: Als Jurist, ehemaliger Richter und Staatsanwalt als langjähriger Politiker- und Bundesminister hat er viele Entscheidungen in Zeiten getroffen die vom Krisen Konflikten und tiefgreifenden Veränderungen geprägt waren.

00:01:39: In seinem aktuellen Buch Verantwortung blickt Dr.

00:01:43: Volker Wissing auf diese Erfahrungen zurück.

00:01:46: Er beschreibt politische Entscheidungsprozesse aus nächster Nähe und stellt die Frage, was Verantwortung alles handeln in einer Demokratie heute ausmacht.

00:01:56: Dabei geht es nicht nur um Politik sondern auch um Haltung, um Respekt, Freiheit, Mut und die Fähigkeit zum Kompromiss.

00:02:04: Darüber möchten wir heute mit ihm sprechen über die Lehren aus bewegten Regierungsjahren über die Zukunft unserer demokratischen Kultur und darüber wie es gelingen kann gesellschaftliche Gräben zu überwinden ohne Unterschiede zu leugnen.

00:02:17: Ich freue mich wirklich sehr, dass er heute Abend unser Gast ist.

00:02:21: Herzlich willkommen im Basecamp Dr.

00:02:23: Volker Wissell!

00:02:32: Noch ein ganz kurzer Hinweis bevor wir starten?

00:02:34: Wir lieben natürlich den Dialog das wissen sie alle hier.

00:02:37: deswegen haben wir am Ende noch ein bisschen Zeit für Fragen einmal hier vor Ort oder natürlich auch digital über unseren Stream über die Chat Funktion bei YouTube.

00:02:46: nutzen Sie die Möglichkeiten und überlegen Sie schon mal Ihre

00:02:50: Fragen.

00:02:53: Demokratie ist das Beste, was uns passieren konnte.

00:02:56: Ein Zitat aus ihrem Buch Herr Rissing.

00:02:59: Warum war jetzt gerade der richtige Zeitpunkt für dieses Buch Verantwortung?

00:03:03: Ich habe dieses Buch geschrieben weil ich mich empört aber mit welcher Begründung die Ampelkoalition beendet wurde.

00:03:12: und ich hab mich dann nochmal empört als ich gemerkt habe wie viele diese Begründen einfach hingenommen haben.

00:03:20: Als ich zurückerinnern lautete die Begründung, die Parteien können nicht zusammenarbeiten weil sie unterschiedliche Programme haben.

00:03:29: Das Parteien-Unterschiedliche Programm haben ist die Voraussetzung dafür das wir wedeln können.

00:03:36: und hinter diesen unterschiedlichen Programmen der Partei stehen Bürgerinnen und Bürger, die unterschiedliche Meinungen haben.

00:03:45: Wenn Parteien nicht zusammenarbeiten können wegen unterschiedlicher Programme, können dann Bürgerinnen und Bürgern mit unterschiedlichen Meinungen in einem Land zusammenleben.

00:03:55: Und wenn man merkt wie absurd diese Frage ist stellt sich die Frage, wenn man quasi mit unterschiedlichem Meinung zusammenleben möchte wer organisiert den Ausgleich zwischen diesen Meinungen?

00:04:07: Und vor allen Dingen Wer organisiert eben politische Parteien, die dafür zuständig sind hier Aufgabe verweigern?

00:04:14: Das hat meine Empörung ausgelöst und deswegen habe ich gesagt, das kann so nicht stehen bleiben.

00:04:19: Die Begründung die damals geliefert wurde taugrecht.

00:04:24: Denn der politische Kompromiss ist kein Problem und keine Schwäche in der Demokratie ist der Kern der Demokratier oder eigentliche Zweck politischer Debatten.

00:04:35: Ist denn unsere Demokratie heute stärker gefährdet als vor fünfzehn Jahren?

00:04:42: Vielleicht auch gerade im Hinblick auf die kommenden Wahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorkommann.

00:04:51: Demokratie steht immer vor großen Herausforderungen.

00:04:53: Ich würde sagen heute sind sie besonders groß.

00:04:56: Sie sind groß weil unsere Demokratie von außen angegriffen wird.

00:05:00: Und zwar aus unterschiedlichen Perspektiven.

00:05:05: Die einen stören sich daran dass wir zu frei sind dass wir zu viel Wettbewerb haben und Träumen von Monopolstrukturen, mit denen man leichter Kapital mehren kann.

00:05:20: Also ja unsere Demokratie steht vor extrem großen Herausforderungen und die Gründe sind vielfältig.

00:05:30: Einer ist sicherlich auch das moderne Medien, soziale Medien die Kommunikationskultur verändern und Einfluss nehmen auf unsere Meinungsbildung.

00:05:42: Und das ist mitunter problematisch, denn die Demokratie lebt von der Informiertheit ihrer Bürger.

00:05:51: Diejenigen, die Plattformen betreiben, betreiben das aber nicht im Interesse der Informationen von Bürgerinnen und Bürgern sondern sie betreiben es aus kommerziellen Interessen und da kann es Kollision geben.

00:06:02: Schauen Sie Man weiß zum Beispiel, dass Konsumenten von Informationen, die sie empören besonders offen sind auch Einkäufe zu tätigen.

00:06:14: Und dann gibt es so ein gewisses Interesse, die Leute nicht zu informieren sondern sich zu empören um sie im Empörungszustand mit Werbung zu konfrontieren und eine Bestellung auszulösen.

00:06:26: Ich führe diese Empörungskultur, die wir heute in unserer Gesellschaft haben genau darauf zurück Und damit müssen wir irgendwie umgehen.

00:06:35: Sie haben ein ganzes Kapitel geschrieben zum Thema Empörungskultur in ihrem Buch, und wir haben seit... ...-.

00:06:43: Das Wort Wutbürger mit Stuttgart-I.

00:06:47: wurde ins Leben gerufen.

00:06:49: Warum sind hier so empört?

00:06:50: Warum gibt es Wutbörger?

00:06:52: Ich glaube, es hat was mit unserer Wohlstandsentwicklung zu tun.

00:06:55: Aber eben auch damit, dass gezielt solche Emotionen eben geweckt werden um uns im Empörungszustand für bestimmte Geschäfte empfänglich zu machen.

00:07:06: und schauen Sie die Algorithmen können genau analysieren was sie innerhalb von kurzem Moment auf auf Hundert Achtzig bringt wie man so sagt und das ist bei jedem von uns unterschiedlich.

00:07:17: Und das ist zum Beispiel schon der erste Grund, warum jeder von uns in den sozialen Medien unterschiedliche Nachrichten präsentiert bekommt.

00:07:24: Das Ziel ist ja nicht alle gleichmäßig zu informieren sondern sie individuell zu emotionalisieren und eben emotionsgeladenen Zustand dann eben Kaufentscheidungen auszulösen.

00:07:35: und das ist glaube ich nicht allen bewusst die diese Dinge konsumieren.

00:07:39: und wenn man da manchmal schaut was für Empörung einem in der Bevölkerung entgegen kommt und man versucht mal so die Dinge analytisch einzuordnen und sagen, wie kommt man auf so einen Gedanken?

00:07:54: Dann merke ich oft im Dialog das Leute selbst sagen, ich weiß es jetzt auch nicht.

00:07:58: Aber ich hatte den Eindruck irgendwo kam's her.

00:08:01: Beispielsweise gibt es Leute, die sagen, Deutschland kann ja gar nichts mehr.

00:08:05: Forschung und Entwicklung ist alles ewig her, dass wir da irgendetwas zustande gekriegt haben heute sehr katastrophal.

00:08:11: Also quasi ein Industriemuseum, Forschung nur noch im Ausland nicht?

00:08:15: Und wenn man dann mal schaut wo die wirklich großen Dinge gelöst worden sind in den letzten Jahren stellt man fest, oh das war ja doch in Deutschland vielleicht.

00:08:22: War gar kein chinesisches amerikanisches oder indisches Unternehmen, das Impfstoff für die Pandemie entwickelt hat.

00:08:28: Nee, das kam aus Deutschland also mal ins Amt rein!

00:08:31: Und dann merke ich mal, dass die Leute daran lächelrecher stimmte.

00:08:33: Wie war mir ganz entfallen?

00:08:35: Einer der größten Forschungs- und Entwicklungserfolge uns des Landes, der wahnsinnig positive Auswirkungen auf die gesamte Menschheit übrigens auch auf die Wirtschaft gehabt hat.

00:08:45: Das hauscht zu Nordstein noch vorbei aber die Botschaft hier findet nichts mehr statt.

00:08:50: Die hat doch enormem Raum eingenommen und man fragt sich woher kommt das eigentlich.

00:08:56: Das ist ja mit der Realität nicht in Einklang zu bringen.

00:08:58: Ich will die Dinge nicht schöner reden als sie sind Aber ich sage mal, dieses Land schlecht zu reden und seine Erfolge in mit anderen Bauchchanons zu übergehen.

00:09:08: Das hat ja nichts wirklich mit Informiertal zu tun.

00:09:11: Sind wir denn als empörte Gesellschaft?

00:09:14: Und auch vielleicht als Wutbürger?

00:09:16: handeln wir dann noch verantwortungsvoll?

00:09:18: Ja das ist das große Problem!

00:09:19: Ich glaube dass Menschen zur Vernunft neigen und dass sie auch bereit sind Verantwortung zu übernehmen.

00:09:23: aber Demokratie lebt eben von der Informiertheit der Bürgerinnen und Bürger Und nicht von der Empörung, der Bürgerinnen und Bürger.

00:09:33: Aus der Empörung heraus kann man schwer rationale verantwortungsvolle Entscheidungen treffen und bei den Entscheidungen die in der Politik zu treffen sind geht es eben um komplizierte Dinge und die müssen reflektiert und rational... und nicht emotional.

00:09:52: Und mit einem groben Blick, der der Realität ja nur noch sehr eingeschränkt standhält.

00:09:58: Das ist wichtig!

00:09:59: Die Informiertheit der Bürgerinnen und Bürger ist wichtig.

00:10:01: Dann funktioniert Demokratie.

00:10:03: Was kann in jeder oder jede einzelne konkret tun?

00:10:07: um Demokratie zu stärken.

00:10:09: Man sagt ja oft, jeder Einzelne kann eigentlich nicht so richtig was bewegen... Ist das eigentlich richtig?

00:10:15: Nein!

00:10:15: Dies ist eine große Erzung, den wir auch leicht verfallen, dass der Einzelner nichts beitragen kann.

00:10:21: Auch das hält einem genaueren Blick nicht stand.

00:10:26: Die großen Dinge auf dieser Welt sind von Einzelnen auf den Weg gebracht worden.

00:10:32: Wenn Martin Luther gesagt hätte, was soll denn ein Einzelner Mensch die ganze Kirche reformieren?

00:10:38: Das kann ich ja gleich lassen.

00:10:39: Hätten wir vielleicht keine Reformation erlebt.

00:10:41: oder wenn Johannes Gutenberg gesagt hätte sollen jetzt einen einzelnen Buchdruck erfinden das müssen wir schon mal gemeinsam besprechen.

00:10:49: also hätten wir vielleicht auch nicht die moderne Wissensgesellschaft erlebt.

00:10:54: zu glauben dass der Einzelne Wirkungslos-Seil ist ein fundamentaler Fehler, den man nicht verfallen darf.

00:11:02: Das nämlich die Stärke freier Gesellschaften, dass wir uns individuell entfalten können und dann unsere individuellen Fähigkeiten eben einbringen können.

00:11:12: Das ist der Mehrwert einer freien Gesellschaft für alle!

00:11:16: Und wenn wir uns jetzt selbst für Wirkungslos erklären und sagen, was kann ich denn schon beitragen?

00:11:22: Dann werden ja nicht die Bereitschaft auch nach dieses Bewusstsein entwickeln aus unserer eigenen Fähigkeiten den Beitrag zu erbringen auf den es vielleicht ankommt.

00:11:33: Das können ganz vielfältige Beiträge sein das kann ein politisches Engagement sein.

00:11:37: Das kann aber auch in jedem Beruf ein Beitrag sein, der dazu hilft.

00:11:42: Dass es in der Gemeinschaft gut funktioniert und dass Kranke versorgt werden oder Nachbarn, die eine Ansprache brauchen, dass sie die erhalten.

00:11:51: Wenn ich sage, ich kann sowieso nichts machen, dann brauche ich gar nicht klingeln und fragen, wie's denn geht wenn ein Trauerfall ist?

00:11:57: Und das sind so Dinge, die einen fundamentaler Fehler sind.

00:12:01: Wir sind eine Gemeinsschaft von Individuen ... in jedem eine große Aufgabe zukommt.

00:12:06: Weil wir alle Teil der Souverän sind, auf Augenhöhe mit gleichen Rechten ausgestattet und wenn wir uns verwirkungslos erklären, dann erklären wir den Souveräen verwirklungslos.

00:12:18: Dann sind wir nicht in der Lage unserer Zukunft selbst zu gestalten.

00:12:24: Wenn wir noch mal kurz auf die Wahl blicken mit der Aussage was würden Sie Wählerinnen und Wählern mit auf den Weg geben wollen?

00:12:33: Ja, ist eben das was ich eben gesagt habe.

00:12:37: Also ... Versuch mal vielleicht finde ich eine kleine Passage hier aus dem Buch?

00:12:42: Sehr gerne!

00:12:44: Vielen Bürgerinnen und Bürgern ist nicht wirklich klar dass sie der eigentliche Souverän sind.

00:12:49: also Sie glauben, Sie seien unten dabei.

00:12:51: sehen Sie oben Und zwar ganz oben Indem Sie wählen, wählen Sie den Auftragnehmer einer Dienstleistung keinen Herrscher.

00:13:02: Das heißt, die wählenden Bürgerinnen und Bürger sind verantwortlich dafür, wer regiert.

00:13:06: Die Regierende sind verantwortlich dafür das die Dienstleistung ordentlich erbracht wird.

00:13:11: Das ist das was die Empörden, die Wutbürger nicht verstehen wollen.

00:13:14: sie schimpfen auf die da oben und übersehen dass sie höchst selbst da oben sitzen.

00:13:19: im Grunde lenken Sie damit von ihrer Verantwortung ab.

00:13:23: Und das ist das Problem.

00:13:24: wenn wir uns eben verwirkungslos erklären als zu wählen und sagen, die da oben sollen es richten.

00:13:30: Dann machen wir den fundamentalsten Fehler, den wir machen können, weil über uns keiner ist.

00:13:35: Deswegen wird auch keine Lösung

00:13:36: kommen.".

00:13:38: Sie sagen der Politiker als Beruf ist eine Dienstleistung?

00:13:44: Ja!

00:13:44: Der Politiker erbringt eine Dienstleistung, er benimmt einen Dienstlastungsauftrag auf Zeit, der bei Wahlen quasi erteilt wird Und er hat die Aufgabe, diese Dienstleistung ordnungsgemäß zu erbringen.

00:13:59: Das war so auf meine Perspektive, weshalb ich nicht verstehen konnte, dass eine Regierung sagt wir haben keine Lust mehr, wir hören auf.

00:14:06: Es entspricht nicht mal im Verantwortungsverständnis.

00:14:09: Wenn ich ein Dienstlastungsauftrag übernehme dann führe ich den zu Ende Und das ist, glaube ich eine Perspektive die in der modernen Mediendemokratie auch ein Stück weit verloren gegangen ist.

00:14:19: Ich hatte mit einem Eindruck manche nutzen den Staat gerne als Laufsteg weil es eine Bekanntheit bringt oder irgendwie einen Ansehen bringt und also nicht die Rolle des Politiker.

00:14:28: Der Politiker ist ein Dienstleister auf Zeit.

00:14:31: wir müssen erinnern sogar repräsentativen Demokratien Arbeitsteilig vorgehen wie in anderen Beweichen auch.

00:14:39: Nicht jeder, der im Beruf engagiert ist, kann sich abkömmlich um alle politischen Fragen der Gesellschaft zu klüben hat.

00:14:46: aber man ist ja Teil des Souveränes.

00:14:48: also man hat die Verantwortung als Staatsbürger dass das Land ordentlich regiert wird.

00:14:52: was macht man?

00:14:52: Man fehlt und überträgt es auf andere die diesen Dienstleistungsauftrag übernehmen.

00:14:57: Die stehen damit aber nicht über dem Volk und die herrschen auch nicht über das Volk.

00:15:01: wir haben nur ein Dienstleistungauftrag.

00:15:03: auf Zeit ist eine Perspektive.

00:15:06: Wenn man sich als Politiker verinnerlicht, ist man freier.

00:15:09: damit einem auch klar dass man weder in Dylastien denken muss noch in was weiß ich wie viele Legislaturperioden.

00:15:15: es reicht vollkommen wenn man die Aufgabe die mal jetzt für vier Jahre im Bund oder fünf Jahre im Land übernommen hat wenn wir die ordentlich erbringt.

00:15:23: Ich halte deswegen auch nicht so viel davon wenn Politikerinnen und Politiker auf der Strecke einfach aufhören und sagen jetzt mache ich etwas anderes ich habe das immer abgelehnt.

00:15:30: ein politiker braucht er eigentlich, um wirklich auch frei entscheiden zu können.

00:15:36: Eigentlich noch einen anderen Beruf?

00:15:38: Um dorthin wieder zurückzugehen.

00:15:41: oder ist das nicht wichtig?

00:15:42: Das ist pilfreich!

00:15:43: Ich glaube dass jede Entscheidung im Leben besser getroffen werden kann wenn man möglichst frei in der Entscheidung ist.

00:15:49: Wenn man Zwängen und Einschränkungen unterliegt dann kann man nicht rein sachlich entscheiden man mein eigenes Einkommen.

00:15:57: denken muss bei bestimmten Entscheidungen.

00:15:59: Ich finde sie zwar richtig, aber ich treffe sie so nicht weil die könnte schlecht ankommen.

00:16:03: das könnte meine Widerwahl gefährden und sich dann negativ auf meiner Einkommenssituation auswirken.

00:16:08: Das ist schlecht!

00:16:09: Also kann man so kann man nicht optimal seinen Auftrag erfüllen.

00:16:15: deswegen mir persönlich war es immer wichtig unabhängig zu sein.

00:16:19: Ich habe Politik nicht als Einkommensquelle gewollt und noch nicht gebraucht.

00:16:25: Und das würde ich auch jedem empfehlen, aber natürlich kann man nicht bestimmte Vorgaben machen in einer freien Gesellschaft oder Demokratie.

00:16:34: Kann man nicht Anforderungen an Politiker stellen?

00:16:37: Es steht ja den Wählerinnen und Wähler frei diejenigen zu unterstützen bei Wahlen von denen sie den Ahndruck haben.

00:16:43: Sie sind frei genug um in ihrem Interesse zu entscheiden.

00:16:46: Aber glauben Sie, dass das so ein bisschen verloren gegangen ist?

00:16:49: Also dieses Gedanke-Politiker als eine Dienstleistung.

00:16:53: Er sollte frei entscheiden, weil er hat auch noch einen anderen Beruf... Es gibt ja sehr viele Berufspolitiker inzwischen, die haben irgendwann mal angefangen und sind eigentlich ihr ganzes Leben lang Politiker gewesen.

00:17:02: Ist es das was uns vielleicht nicht gut tut?

00:17:05: Ja ich glaube, was uns nicht guttut ... bestimmte Anforderungen an Politiker auch gestellt werden, die eher vielleicht im Show-Business irgendwie Platz haben sollten.

00:17:17: Es ist nicht gut, dass Politiker davon profitieren und sich teilweise wie Stars gerirren.

00:17:26: Das ist leider so, dass das in der Mediendemokratie ein Vorteil sein kann.

00:17:30: Bekanntheit wirkt sich positiv auf Wahlen aus, denn wenn man jemanden gar nicht kennt, kann man ja nicht vertrauen haben leichter den Personen, die man irgendwie kennt.

00:17:40: Und wenn jemand ganz auf dem Fernsehen ist und in den Zeitungen ist dann hat man mehr Einschätzung über diese Person als wenn zum ersten Mal auf dem Wahlplakat zielt und vielleicht nur den Lebenslauf dazu liest.

00:17:54: Und deswegen gibt es schon einen Anreiz für Politiker, möglichst bekannt zu werden und möglichst wahrnehmbar zu sein.

00:18:01: Dann gibt's halt diese Grotesken nicht?

00:18:02: Dass Politiker also mitteilen, zu welchem Hundefrisur sie mit ihrem Dacke gehen usw.

00:18:09: Das finde ich eine schwierige Geschichte ja!

00:18:11: Weil wenn wir das feiern und Politiker akzeptieren in Mitstar-Allüren dann werden wir von souveränen Bürgern zu Konsument einer Show.

00:18:21: Und das tut, glaube ich der Demokratie nicht gut und nimmt auch ein bisschen die Erzhaftigkeit aus der Sache.

00:18:26: Ich hatte sowas nie gewollt und habe das immer abgedehnt.

00:18:32: Wen vielleicht auch ein Beispiel dafür dass man damit trotzdem Bundesminister werden kann?

00:18:38: Es ist nicht nötig!

00:18:39: Unser System fordert das nicht.

00:18:42: es gibt auch Möglichkeiten Vertrauen der Bevölkerung zu haben ohne dass man sich mit diesem ja Star-Business angeschert.

00:18:51: Wie gesagt, ich habe nichts gegen Stars und nicht gegen Show.

00:18:54: Ich finde aber die Anforderung einem Politiker sollte eine andere sein als an das Showbusiness.

00:18:59: Glauben Sie denn, dass Politik den Bürger und der Bürgerin noch gut erklärt wird?

00:19:03: Sie schreiben in Ihrem Buch über ... Das Orgelspiel von Ernst Pepping.

00:19:08: Ich weiß nicht, ob sie da drei Sätze zu sagen wollen, weil es hat mich schwer beeindruckt!

00:19:12: Also ich hab in dem Buch beschrieben, ein Schlüsselerlebnis das ich als junger Mensch hatte.

00:19:20: Ich hatte eine Organis-Ausbildung absolviert und während dieser Ausbildung die habe ich relativ früh angefangen parallel zu meiner Schulausbildung und ich bin dabei auf Musik gestoßen, die ich nicht verstehen konnte.

00:19:38: ähm, ja das ist sehr schwierige Nachkriegsmusik und ich konnte die nicht verstehen.

00:19:47: Ich war so ein Kind des bundesrepublikanischen Wohlstands und habe damit einfach nichts anfangen können obwohl sie mich technisch jetzt nicht wirklich gefordert hat.

00:19:53: aber ich hatte so eine Blockade und dann hab' ich versucht das zu überwinden und hab' mich intensiv mit Pepping auseinandergesetzt und am Ende tatsächlich diese Musik auch gemocht.

00:20:05: Und ich hatte da inzwischen eine Organistenstelle in einer Dorfgemeinde.

00:20:10: Ich wollte ein Adventsgottesdienst damit gestalten.

00:20:15: Dann hab ich Freunde gefragt, ob sie sich das mal anhören würden und was für eine Meinung sie da zu halten?

00:20:19: Und dann sagten sie ... Also, der Spiel ist doch toll!

00:20:23: Das ist irgendwie auch bewegende Musik aber wir raten die ja eher ab, ne?

00:20:28: Also so Dorfkirche Sonntags, also die Elternleute vom Land.

00:20:32: Und ich glaube, das ist keine gute Idee.

00:20:34: Ich war dann in so einem Zwiespalt weil meine innere Stimme mir sagte, berühren.

00:20:41: Mir war das irgendwie wichtig und dann habe ich es am Ende doch gemacht, und das Erlebnis war total anders als organisiert.

00:20:50: Ich kam von der Orgel runter, ging da meistens oben auf eine Impore – und dann standen die Leute da und wollten mit mir reden und haben mir gesagt wie sehr sie das berührt hat und wie schön Sie das fanden!

00:21:02: Und ich hatte dann so einerseits einen Überwaschungserlebnis und zum anderen auch ein bisschen Scham, weil ich mir gedacht habe was hast du dir da gedacht den Leuten das vorzuhalten irgendwie.

00:21:13: Was machst du daher?

00:21:14: Wenn es für richtig heißt wieso hast du überhaupt gezweifelt?

00:21:17: und das war für mich so einen Punkt wo ich auch nie mehr mir aber einreden lassen in der Politik Das ist zu kompliziert das kannst du nicht kommunizieren damit überforderst die Leute Du musst das vereinfachen usw.

00:21:28: Das ist doch nicht respektvoll gegenüber anderen.

00:21:31: Ich meine, es ist doch meine Aufgabe das so zu kommunizieren dass man das irgendwie versteht.

00:21:36: aber ich kann doch nicht die Dinge so vereinfachen dass man

00:21:40: auch

00:21:41: ein notwendige Komplexität daraus nimmt und ich mein die nachtriegszeit war sehr komplex.

00:21:46: ja und das hat auch was irgendwie mit Advent zu tun ja und so weiter sich denen zu stellen und jetzt nicht einfach zu sagen, ich spiele was Nettes aus dem Barock.

00:21:55: Das ist melodischer oder so irgendwas.

00:21:56: Verstehen Sie das?

00:21:57: Ist irgendwie ... Und es war für mich ein ganz wichtiger Punkt.

00:22:00: Ich hab danach mir gesagt, du machst das nie wieder!

00:22:04: Und bin deswegen auch in der politischen Kommunikation immer den Weg gegangen, dass ich gesagt habe, ich mach' das mit der Komplexität.

00:22:12: Ich bin aufbereit, mich mehr Details zu beschäftigen.

00:22:14: Irgendwann sagte man mir mal, ich würde nicht nur Erbsen zählen, sondern ich würde sie auch noch polieren oder so.

00:22:21: Das galt dann so als sinnlos nach dem Motto, die geht sowieso nur drei Sätze rüber.

00:22:24: Der Rest rauscht durch und so weiter.

00:22:26: Meine Auffahrer sind andere.

00:22:28: Ich hatte auch ein anderes Beispiel noch gebracht.

00:22:29: ich hatte als junger Abgeordneter meine ersten Erfahrungen in der Finanzmarktpolitik gesammelt.

00:22:35: können Sie sich vorstellen sie kommen aus einem ländlichen Raum.

00:22:37: In meiner Heimatstadt ist die größte Weinbauteibe eine gemeinte Deutschlandste Stadt Landau in der Pfalz.

00:22:43: da sind eher so Themen wichtig.

00:22:46: dann kommt man und macht Finanzmarktpolitik.

00:22:48: Und für mich war es interessant zu sehen, dass es Leute gaben, die mich an der Straße angesprochen haben und gesagt, sie machen aber einen guten Job.

00:22:56: Und ich dachte, wie können die das so beurteilen?

00:23:00: Da wurde mir klar, ist die Dinge sich eben transportieren.

00:23:04: Man muss sich nicht verstellen oder irgendwie irgendwas sagen, sondern man kann einfach das machen was man für richtig hält auch auf offene Ohren oder Augen stößt.

00:23:17: Ich glaube, diese Gelassenheit würde manchmal mehr helfen... Auch in der Kommunikation zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Politikerinnen und Politikern.

00:23:25: Die Leute sind erwachsen.

00:23:27: Sie wissen, dass man einer weit entwickelten Gesellschaft nicht alle Probleme vereinfachen kann.

00:23:32: Also es ist nicht einfach in so einer modernen Gesellschaft zu leben.

00:23:36: Und das ist aber kein Problem!

00:23:37: Man kann ja trotzdem irgendwie die Mühe machen und kann die Sachen durchdringen und miteinander drüber reden.

00:23:44: Ist auch nicht so, dass keiner bereit wäre ein Politiker fünf Minuten zuzuhören?

00:23:47: Ich rede hier schon wieder viel zu lange.

00:23:54: Ketzerische Frage.

00:23:55: Ist Demokratie denn eine richtige Staatsform für uns?

00:23:57: Die Beste, weil sie freiheitsstiftend ist und weil sie dem Individuum die Geltung verleiht, die es verdient hat.

00:24:05: Frieden und ein friedliches Miteinander können wir nur haben wenn wir uns gegenseitig in unserer Unterschiedlichkeit anerkennen.

00:24:14: Wir sind nicht gleich Und darüber müssen wir nicht verzweifeln, es gibt einen ganz einfachen Weg damit umzugehen.

00:24:23: Einfach sich anzunehmen den anderen das Toleranz Respekt und so weiter.

00:24:29: Es gibt also ein wunderbares Bibel.

00:24:32: Zitat von im Römerbrief wo Paulus gefragt wird wie soll man miteinander umgehen?

00:24:38: Und der sagt dann nehmt einander an Wie Jesus euch angenommen hat zu Gottes Lob.

00:24:43: Das ist so interessant, weil in dieser Botschaft steckt eben dieses einander bedingungslos annehmen.

00:24:49: Also das kann man von religiösen ins weltliche ganz einfach übertragen.

00:24:52: und diese Botschaft ist einfach nehmt euch bedinglungslos an!

00:24:56: sagt nicht, okay ich kann dich akzeptieren wenn und so.

00:24:59: So wie man auch bei der Taufe irgendwie keine Bedingungen gestellt gekriegt hat also das ganz bedingungslos.

00:25:05: Und das ist im Prinzip die Botschaften.

00:25:08: Und dann den anderen zu akzeptierend und aufzuverstehen warum denkt er vollkommen anders als ich?

00:25:14: Nicht in eine Aggression gegen ihn zu entwickeln oder sie sondern eben ein Interesse auch an dem anderen zu wirken denn es ist gut dass wir unterschiedlich sind

00:25:23: Das gibt gute Höhe, sondern wenn wir unterschiedlich sind.

00:25:25: Wenn wir das gleiche denken würden dann ...

00:25:28: Ja und ich habe in dem Buch auch viel geschrieben über dieses Phänomen dass wir einerseits Individuen sind Wir sind ja genetisch auch unterschiedlich von unserem Aussehen her und so weiter, von unseren Sehnsüchtenwünschen.

00:25:43: Und gleichzeitig sind wir aber soziale Wesen nicht.

00:25:45: Also daraus entsteht eine Komplexität.

00:25:48: also ihr können nicht alleine.

00:25:51: Kasper Hauser ist das beste Beispiel.

00:25:53: Man kann sich nicht in der Isolation gesund entwickeln.

00:25:57: Das ist im Prinzip auch der Auftrag, den man in der Politik hat.

00:26:00: Jeder darf sich einbringen, jeder ist gleich viel wert und am Ende brauchen wir aber eine Lösung für alle.

00:26:05: Wir wollen ja das eine Regeln für alle gelten und nicht jeder sein eigenes Gesetz hatten.

00:26:09: Und sich dem zuzugrennen – das ist eben etwas was sehr viel auch Motivation braucht eine innerer Beweidschaft.

00:26:21: Und da ist so ein Satz, wie nehmt euch an?

00:26:23: Das ist schon viel wert.

00:26:24: und ich glaube das ist auch das was in dieser Koalition damals, wenn der Ampelkoalition einfach nicht passiert ist.

00:26:29: Also...und was auch jetzt wieder so schwierig ist.

00:26:32: Was in der Gesellschaft generell schwierig ist!

00:26:34: Ich weiß noch einen Journalist schrieb früher zu Adenauer's Zeiten sei es noch besser gewesen, da hätte man klarer Definition gehabt wer Freund und Feind ist in der Politik.

00:26:43: Da müssten wir wieder hin.

00:26:45: Also ich kann mit dem Bild nichts anfangen, weil ich weiß nicht ob es das Ziel der Demokratie sein kann dass Teile der Gesellschaft andere Teile besiegen.

00:26:54: Wie soll das befrieden und wie soll man glücklich sein wenn man auf der Verliererseite landet?

00:26:59: Und keiner wird da bleiben wollen, sondern wird versuchen um den Spieß umzudrehen.

00:27:03: Damit die anderen auf der Verliererseite warten.

00:27:07: Ist das das Spiel, dass wir miteinander betreiben sollen und soll daraus Frieden entstehen?

00:27:11: Soll das dann die Grundlage sein wo wir uns individuell entfalten können oder leben wir nicht eher in Angst dass wir beim nächsten Mal Verlierer werden können.

00:27:19: Und das sind die Dinge, die glaube ich wichtig sind und da müssen wir ein bisschen aus dieser Falle raus in der, die wir da geraten sind.

00:27:29: also Ich möchte nicht akzeptieren, dass Teile unserer Gesellschaft meinen Feinds sind.

00:27:36: Also das möchte ich nicht und kann auch nicht gut finden wenn Teile der Gesellschaft mich als fein darstellt.

00:27:43: Also ich finde es ist ganz schwierig.

00:27:47: Die Bereitschaft eben zur Tolanz, zum Ausgleich.

00:27:50: Die muss in einer Demokratie gepflegt werden und da haben wir etwas Verbesserungsbedarf wenn ich das mal sagen will.

00:28:00: Jetzt

00:28:01: ist das Wort schon ein paar Mal gefallen Ampel.

00:28:03: natürlich müssen wir darüber sprechen wie das war.

00:28:05: warum ist die Ampel gescheitert Herr Wissing?

00:28:07: Die Ampel ist gescheitert weil man keine Überweitschaft hatte zusammen zu arbeiten.

00:28:12: Ich war Ampel erfahren, als ich hierher nach Berlin gekommen bin.

00:28:17: Weil ich hatte im Jahr zwei Tausend Sechzehn in Rheinland-Pfalz eine Ampelregierung mitgebildet.

00:28:22: Ich war damals Vorsitzender der FDP dort im Land und stand vor der Frage gehen wir in ein Bündnis mit SPD und Grünen oder nicht?

00:28:31: Und wir haben das damals gemacht um auch an Zeichen gegen Extremismus zu senden und zu sagen es kann nicht sein dass demokratische Parteien sich verweigern und der Extremismus immer stärker wird.

00:28:42: Diese Regierung war erfolgreich, die wir damals gebildet haben mit Barlu Dreyer als Ministerpräsidentin und sie wurde wiedergewählt.

00:28:51: Die Zufriedenheitswerte waren in der gesamten Regierungszeit hoch.

00:28:56: Und ... Der Unterschied zum Bund war nicht etwa ... Na im Land ist es einfacher weil man da nicht so viele Gesetze machen muss dass das Unsinn.

00:29:04: Weil alle Bundesgesetze gehen auch über den schreibtisch dem Landesminister denn die meisten müssen ja im Bundesrat mit entschieden werden.

00:29:15: Der Unterschied war der, dass man im Land damals sich bediemungslos zu dieser Koalition bekannt hat und im Bund war das nicht so.

00:29:23: Im Land war es so ... Wir hatten ... Das war im April, den Koalitionsvertrag unterzeichnet, hatten eine Pressekonferenz gemacht, dann fragte mich ein Journalist her, was glauben Sie?

00:29:33: Wie lange hält diese Regierung?

00:29:36: Und ich hab natürlich die Frage sofort verstanden und mir war in dem Moment klar Du hast jetzt die Chance, etwas richtig zu machen oder du kannst einen fundamentalen Fehler machen.

00:29:46: Und dann habe ich zu ihm gesagt, wissen Sie wir wollen jetzt fünf Jahre so gut regieren dass wir wieder gewählt werden?

00:29:50: Dann ging eine Raunin durch den Samennärsnerlisten weil sie das als Tölkühn bezeichnet haben und am nächsten Tag hatte ich das war mir in dem Moment bewusst massenweise Böse E-Mails meiner Partei im e-mail Postfach, weil die natürlich gesagt haben jetzt machst du schon eine Koalitionsaussage für fünf Jahre.

00:30:08: Jetzt hast du uns gerade mühsam überzeugt der Ampel irgendwie zuzustimmen und jetzt geht es grad weiter in fünf Jahren so.

00:30:14: Aber mir war auch klar dass wenn wir diese Zusammenarbeit starten indem wir selbst zweifeln darüber sehen ob wir erfolgreich sein können dann werden wir nicht erfolgreich sein Ja.

00:30:26: Das wird nicht möglich sein und deswegen muss man halt in diesen Preis gehen, für mich war in diesem Moment klar du machst das jetzt?

00:30:32: Du tust alles dass das wiedergewählt wird und wenn nicht ja dann machst du halt wieder deinen zivilen Beruf und macht was anderes.

00:30:39: aber jetzt zu sagen ich wurscht mich da oder quäle mich da fünf Jahre durch und distanziere mich jeden zweiten Tag von meiner eigenen Entscheidung diese Regierung zu bilden soll die Bürgerinnen und Bürgern davon sowas halten.

00:30:50: aber genau das im Grunde passiert.

00:30:52: Jeder hat versucht zu signalisieren, eigentlich will ich damit nichts zu tun haben.

00:30:56: Und wenn es etwas Schwieriges gibt, würde ich auch nicht für den Kompromiss einstehen.

00:30:59: Dann waren's die anderen!

00:31:01: Und da hat sich niemand was geschenkt, vor allen Dingen die kleinen Koalitionspartner im Bund nicht.

00:31:06: Die SPD hat sich noch am anständigsten verhalten aber bei den Grünen und FDP war schon so dass man also sich sehr oft in vielen Punkten distanziert hat vom eigenen Koalisionsvertrag von den eigenen Kompromissen am Kabinetts Tisch usw.. Das ist eine billige Nummer, die dem nicht gerecht wird.

00:31:27: was man eigentlich tragen sollte nämlich Verantwortung.

00:31:30: Ich wollte es gerade sagen, ist es weil einfach auch niemand mehr Verantwortung übernehmen möchte und weil auch jemand mehr eigentlich Entscheidungen treffen möchte?

00:31:38: Also das ist ja auch ein Riesenpunkt, dass viele Dinge von A nach B geschoben werden.

00:31:42: Kann er möchte mir so richtig entscheiden?

00:31:44: Der Wähler weiß eigentlich auch irgendwann gar nicht mehr so richtig... Was steht denn der Politiker noch?

00:31:50: Also was ist denn die Haltung und was ist dann die Meinung?

00:31:53: Wo ist die Authentizität am Ende des Tages vom Politikast?

00:31:56: Das geht doch verloren!

00:31:58: Ja und da gibt es natürlich auch noch so ein Problem, dass Parteien dazu neigen, einzig überzogene Versprechungen zu machen Und dann erklären andere hinterher dafür verantwortlich, wenn man sie nicht umsetzen kann.

00:32:10: Das ist auch so ein Problem.

00:32:12: Das Erwartungsmanagement muss man schon selbst beherrschen.

00:32:15: Niemand verpflichtet Parteien dieses oder jenes zu versprechen.

00:32:18: Wenn ich mich aber auf eine Regierung vorbereite und ich nehme Dinge in meinen Parteil- oder Wahlprogramm auf von denen absehbar ist ... Faktisch nicht gehen oder europäischen Vorschriften scheitern.

00:32:33: Oder es völlig ausgeschlossen ist, dass ich einen Koalitionspartner finde der so was mitmacht weil's den einfach nicht gibt.

00:32:40: Dann darf ich hinterher ja nicht hergehen und sagen so Ich bin jetzt handlungsunfähig Weil die anderen nicht machen was ich will.

00:32:46: also Es gibt schon auch eine Eigenverantwortung für die Umsetzbarkeit des eigenen Programms.

00:32:51: Das ist nicht das Problem der Anderen Und vor allen Dingen ist das auch nicht das problem der Bürgerinnen und Bürger.

00:32:57: Also dafür sind die Parteien wirklich originär verantwortlich, was sie aufschreiben, was Sie zusagen und was Sie versprechen.

00:33:04: Und da empfehle ich auch sehr zu einem Faktencheck und einem Erwartungsmanagement das der Realität entspricht.

00:33:14: Sie haben ein paar Tage vor dem großen Knall damals in den Jahr zwanzig vierundzwanzig dringend dafür plädiert miteinander zu reden FAZ-Artikelkund getan.

00:33:26: Was wollten Sie damit bewirken?

00:33:28: Ich wusste damals schon, dass diese Regierung scheitern wird und wollte zwei Dinge erreichen.

00:33:35: Einmal wollte ich einen Wegruf starten um nicht unversucht zu lassen doch noch ein paar vernünftige zum Widerstand gegen die Pläne die Regierung so zerstören anzustacheln oder zu motivieren.

00:33:51: Und zum anderen wollte ich auch dokumentieren, dass ich fundamental anderer Meinung war als andere.

00:33:58: Ich konnte das lange nicht kommunizieren, weil sich das nicht gehört.

00:34:03: Wenn man Führungsgremien einer Partei angehört, dann kann man die Öffentlichkeit an den internen Beratungen beteiligen oder sie allen beziehen.

00:34:13: Aber als es mir klar war, dass die Entscheidungen faktisch jetzt getroffen sind und dann wollte ich eben diesen letzten Versuch unternehmen.

00:34:20: Und eben auch dokumentieren das es andere Meinungen gibt und gab.

00:34:24: Dass das nicht auf viel ausgelöst hat, sag' ich mal erst einmal, war von mir nicht ganz unerwartet Aber es ist eben doch wichtig gewesen.

00:34:38: Sonst hat man hinterher gesagt, jetzt kommst du hinterher und sagst, warum hast du vorher nichts gesagt?

00:34:43: Ich hab's aber erst gemacht in dem Moment, in dem quasi ... Die letzte, der letzte Notanker war das.

00:34:53: Also ich hätte das dann gemacht als es klar war okay die Entscheidungen sind faktisch getroffen.

00:34:58: jetzt kann nur noch ein Widerstand von außen den Ablauf stoppen aber die kamen nicht und dann ist eben die Regierung zu Ende gegangen.

00:35:06: Ich fand das schlimm weil unsere Demokratie ist dadurch ärmer geworden.

00:35:11: ja dass dieses Malergebnis von Und Politiker können nicht einfach hergehen und sagen, damit können wir nichts anfangen.

00:35:20: Da regieren wir nicht.

00:35:21: Das ist ja kein Irrtum an Wahlergebnis – es ist immer richtig!

00:35:25: Das ist vielleicht mal bequemer oder unbequemer für Politiker, das schon.

00:35:28: Und es kann auch Wahlergebnisse geben bei denen man eine Schammer abkriegt wenn man in die Verantwortung geht.

00:35:33: aber ich meine das muss man akzeptieren.

00:35:35: also das ist eben kein Showbusiness bei dem man zwangsläufig als daraus geht Es kann einem passieren dass man kandidiert Verantwortung in der Partei hat und dann Die Wählerinnen und Wähler sagen, wir schicken dich jetzt in diese schwierige Konstellation.

00:35:50: Das ist dann kein Fehler das auch nicht unverschämt von den Wählern sondern es ist ganz einfach eine schwierige Aufgabe.

00:35:56: aber da kann man sich ja vorher überlegen ob man sowas will oder ob man so was nicht will.

00:36:00: ich habe in dem Buch auch geschrieben Nicht jeder muss Politiker werden.

00:36:04: Ja für manche ist das nichts weil die vielleicht es nicht schaffen dass notwendige die gefällt sich zuzulegen und leiden unter den öffentlichen Angriffen und diesen ganzen Dingen.

00:36:15: Da sollte man überlegen, ob man sich das als Mensch antun möchte.

00:36:18: Ich habe auch schon Kolleginnen und Kollegen krank werden gesehen und bin sicher, dass es da auch einen Zusammenhang gab.

00:36:24: also die Seele eines Menschen kann sehr verletzbar sein und darauf nimmt in der Politik eben niemand Rücksicht wenn man einen Weg findet damit rumzugehen.

00:36:33: Ich habe auch beschrieben, wie mein Weg aussieht.

00:36:35: Wie ich das geschafft habe?

00:36:37: Dann ist das kein Problem.

00:36:38: aber wenn man es nicht schafft, dann ist es vielleicht nicht der richtige Job.

00:36:40: und zum anderen muss man sagen wer Politiker werden möchte, der muss wissen dass er wenn man ihm mal ein Regierungsauftrag übergibt nur schwierige Entscheidungen auf den Tisch begrüßt.

00:36:52: Auch das hab' ich beschrieben in dem Buch denn Sie haben ganz viele Mitarbeiter als Ministern und die einfachen Entscheidungen kriegen sie gar nichts zu Gesicht.

00:36:59: da sind hunderte tausende Leute die die Versier erledigen.

00:37:02: Wenn die Entscheidungen so schwierig sind, dass selbst ein Staatssekretär sich nicht mehr dran tragt dann kriegen sie die.

00:37:09: Und diese Entscheidung bei der sagt man auch im Ministerium niemals das darf der Herr Minister entscheiden oder die Frau Ministerin.

00:37:17: Die sagen alle muss der Minister entscheiden Weil allen klar ist, dass das eine wirklich gerade keine Freude ist.

00:37:24: Und jetzt muss man eben sich selber prüfen ob man sagt möchte ich das?

00:37:28: und jetzt warum sind diese Entscheidungen so schwierig?

00:37:31: Da können sie sich aussuchen, ob dieser Teil der Gesellschaft sauer ist auf Sie oder dieser Teil.

00:37:37: Sie können aber nicht sich aussuchen, dass alle glücklich sind.

00:37:40: So!

00:37:41: Das ist dann ein Problem für diejenigen, die sagen Ich möchte... ein Star sein.

00:37:46: Ich möchte bekannt sein, ich möchte bewundert

00:37:48: werden.".

00:37:48: Die werden jetzt die Neigung haben zu sagen, kann man diese Akte nicht von meinem Schraubstein einfach weglegen, schliegt sich einfach auf den Boden.

00:37:54: und so kommen auch manche Entscheidungen nicht zustande und auch nicht rechtzeitig zustande weil die Entscheidungsfreude bei denenjenigen ihre Regierungsverantwortung übernommen haben, nicht so ausgeprägt wie sie ausgeprägt sein soll.

00:38:08: Also muss ich niemand was vormachen, wenn Sie einen Bundesministeramt übernehmen oder Spitzenamte übernehmen in der Politik.

00:38:13: Dann kommen sie da ohne Schwamm nicht raus!

00:38:15: Ich habe meine auch abgekriegt ja... Das gehört einfach zur Aufgabenbeschreibung dazu und wenn man sagt das will ich nicht, dann ist das nicht die richtige Job oder die richtige Aufgabe.

00:38:34: Das ist für mich auch so ein Problem von Verantwortungsverweigerung, wenn ich dann am Ende die Entscheidungskompetenz habe.

00:38:43: Aber sie wegen der Unangelehmigkeit der Sache nicht nutze.

00:38:47: Das ist keine gute Dienstleistung.

00:38:50: Dann haben Sie entschieden im Amt zu bleiben?

00:38:53: Also ... Ich hab diesen besagten Sechsten November, den habe ich ein Stück weit kommen sehen.

00:39:02: Und ich hatte mich immer schon mit der Frage beschäftigt, wann kann ein Politiker oder wann sollte man als Politiker zurückgetreten und wann nicht.

00:39:11: Zum ersten Mal habe ich mich mit diesen Fragen auseinandergesetzt rund um die Diskussion, als der verstorbene Alp-Buddespräsident Horst Köhler zurückgetreeten ist.

00:39:20: Sie erinnern sich vielleicht damals hat er eine Äußerung getätigt, die einen Zusammenhang herstellte zwischen militärischer Präsenz und wirtschaftlichen Interessen in der Welt und ist gewöhnlich misinterpretiert worden.

00:39:33: Jedenfalls fühlte er sich massiv missverstanden, das hat ihn sehr verletzt.

00:39:38: Und dann ist unser Rechtswissenschaftler unter Verfassungsstaatsrecht ein auch in wissenschaftliche Diskussionen entstanden.

00:39:47: Kann man einfach zurücktreten als Bundespräsident oder ist es nicht möglich?

00:39:52: Also rein rechtlich geht's.

00:39:53: aber die Frage ist eine rein rechtliche Frage Und dann waren interessante Dinge, und ich will es mal so zusammenfassen.

00:40:03: Wenn man seinem Amt gerecht werden möchte, bitte ich jetzt nicht als Kritik an dem verstorbene Bundespräsidenten zu sehen, weil ich den Bundespräsidern nie kritisiere, das sollte man nicht machen.

00:40:13: Aber abstrakt!

00:40:15: Man kann zurücktreten aus einem Amt wenn der Rücktritt im öffentlichen Interesse liegt.

00:40:24: Wenn die Gründe für den Rücktritteignisinteresse sind Dann wird man sein Amt nicht gerecht.

00:40:30: Unabhängig von der rechtlichen Möglichkeit, ne?

00:40:34: Also wenn Sie beispielsweise krank werden als Minister und sagen ich kann mit dieser Krankheit die Aufgabe nicht mehr voll erfüllen dann ist es im öffentlichen Interesse dass sie sich nicht weitermachen.

00:40:45: Und wenn Sie zum Beispiel sich etwas haben zu schulden kommen lassen oder einfach das Ansehen des Amtes irgendwie durch einen vieler irgendwie geschwächt oder geschädigt.

00:40:55: Aber dann ist es auch ein öffentlichen Interesse, dass man das amtgeschwitzt und einen Neuanfang macht.

00:40:59: Dann tritt man zurück.

00:41:01: Also ich habe mir dann ... Das als Maßstab genommen.

00:41:05: Weil ich wurde schon mal im Jahr zwutausendzwanzig war das mit der Frage konfrontiert, ob ich zurücktrete.

00:41:12: Damals hatte Christian Lindner mich gefragt, ob Ich Generalsekretär der Bundespartei werde?

00:41:16: Ich war gleichzeitig aber stellvertretender Ministerpräsident Wirtschaftsminister und Verkehrsminister Landwirtschaftsminister in Rheinland-Pfalz Und damals habe ich genau mit diesem Maßstab die Frage für mich beantwortet und habe ihm gesagt, also ... Ich werde nicht zurücktreten als Minister.

00:41:31: Weil es nicht im öffentlichen Interesse ist, dass ich jetzt für die Parteienamt übernehme, sondern im öffentliche Interesse, ist das, dass sich das übernommene Amt zur Legislaturperiode zu Ende führt zumal die Ampelregierung dort ja auch Unterstützung gebraucht hat.

00:41:44: Damals endete es dann so, da er gesagt hat, mach halt beides.

00:41:47: Mhm.

00:41:48: Gut, es geht.

00:41:49: Viel Arbeit?

00:41:50: Ja!

00:41:51: Aber ... Es war ein kurzer Zeitraum.

00:41:54: Und als dann diese Ampel erwankte und man sehen konnte, wenn man intern an einer Gespräche beteiligt war, dass das nicht mehr lange hält ... hab ich mir auch die Frage gestellt was passiert denn eigentlich?

00:42:07: Wenn der Bundeskanzler mich gar nicht entlässt?

00:42:11: Ich hatte auch intern mal die Frage gestellt Wie kommt man denn da raus aus dem Amt?

00:42:17: Und dann sagte man mir so Weil die Sacken, wenn die Manze sacken.

00:42:21: Die Ampel muss beendet werden und das geht nicht so weiter oder das alles schwierig ist?

00:42:24: Oder ich sage okay wie macht man das auch was?

00:42:26: Wie macht mal das?

00:42:27: Sagt man tschüss wir sind weg oder so... Und weil man hat ja auch Pflichten da als Minister.

00:42:32: Sie kriegen eine Uhrkonto vom Bundespräsidenten dann haben sie bestimmte Residenzpflichten in Berlin.

00:42:36: Sie können nicht einfach machen, was sie wollen also.

00:42:39: Und dann sagte man mir nur so lapidar immer.

00:42:42: Das ist dann vorbei!

00:42:43: Ist dann Schluss Gut.

00:42:46: Also, wer mich kennt weiß also das reicht mir nicht als Erklärung und ich habe mir das dann wirklich vom Ablauf genau überlegt.

00:42:51: was passiert?

00:42:52: Und wie kriegst du jetzt die Urkunde des Bundespräsidenten-Lassungsurkunden in die Hand?

00:42:56: denn erst dann bist du ja wirklich entbunden!

00:42:59: Dann tauchte bei mir auf die Option auf dass der Bundeskanzler mich gar nicht entlässt Und so kam es dann auch am sechsten.

00:43:06: Dann habe ich mir vorab die Frage gestellt, was machst du, wenn das passiert?

00:43:09: Ich

00:43:09: glaube Sie hatten ein sehr kurzes Gespräch mit Herrn Scholz.

00:43:12: Ganz ab!

00:43:12: Der hat es genau so gemacht – der Bundeskanzler ging hier an den Koalitionsausschuss und da sollte man als Politiker überhaupt immer machen, dass man die Dinge zu Ende denkt und nicht irgendwie auf der halben Strecke stehen bleibt.

00:43:24: und dann sagt er wird schon gut ausgehen soll sie zu Ende denken?

00:43:29: Das habe ich gemacht.

00:43:29: Und dann war das zu dem Koalitionsausschuss, dass es eskalierte und es gab keine Einigungen über den Haushalt und jeder Vorschlag der gemacht worden ist wurde von Herrn Lindner abgelehnt.

00:43:37: und dann sagt er der Bundeskanzler so Ich hab jetzt einen letzten Einigungsvorschlag und jetzt möchte ich dazu nur noch ein Ja oder Nein hören von Herrn Linder.

00:43:46: Und dann zog sich der FDP zur Beratung zurück und dann ging er wieder zurück in den Raum.

00:43:50: Und dann versuchte Herr Lindner das mit Worten irgendwie zu umgehen dieses Jahr oder nein, und der Bundeskanzler sagte, wir machen jetzt schon seit Monaten in diesen Haushaltsfragen rum.

00:43:59: ich brauche jetzt ein Ja oder ein Nein?

00:44:02: Und da sagte er wenn du so fraust, dann Nein!

00:44:05: Dann sagte er dann möchte ich nicht dass du Christian Lindner weiterhin meinem Kabinett als Finanzminister angehörst und fügte an und mit den weiteren Ministern der FDP möchte ich gerne im Sprechwund Und dieses Gespräch fanden natürlich dann auch mit mir statt, und das Gespräch war so.

00:44:20: Bleibst du?

00:44:21: Dann sag ich ja!

00:44:21: Weil er nämlich mir die Entscheidung jetzt aufs Auge gedrückt hat zurückzutreten oder nicht.

00:44:27: Herr Lindner musste die Entscheidung nicht treffeln.

00:44:29: Das ist jetzt besser.

00:44:30: also da nicht, weiß ich nicht.

00:44:31: Aber jedenfalls der wurde entlassen.

00:44:34: Der Vorteil von einer Entlassung ist... Die verantwortet der, der sie entscheidet.

00:44:39: Den Rücktritt müssen Sie selbst verantworten.

00:44:41: Ja?

00:44:42: Und den müssen Sie begründen.

00:44:45: Also für mich ist es immer moralischer Anspruch auf meine eigene Tochter, indem ich mir sage was sagst du der eigentlich, wenn die sagt warum bist du damals zurückgetreten?

00:44:53: Sagst du dir dann hast du das ging alles nicht mit der Ampel und hast du dann die Wahrheit gesagt.

00:44:57: Obwohl du weißt, dass das hätte gehen können wenn man den gewollt hätte.

00:45:01: Und deswegen habe ich mir an der Stelle einfach gesagt es ist zu viel damit möchte ich mich nicht belasten und hab dann gesagt da bleibe ich im Amt.

00:45:08: Der Preis war hoch.

00:45:09: Ich musste aus der Partei austreten und klar war das natürlich innerparteilich klar auslöst von mir auch klar.

00:45:15: aber die Abwägungsentscheidung ist dann ganz nüchtern schnell getroffen Zuerst das Land oder zunächst die Partei.

00:45:21: wie war das nochmal?

00:45:22: Hier ist das Land.

00:45:23: Und ich hatte halt ein öffentliches Amt und dann gab es hinterher aber sehr bemerkenswerte, aber nicht sehr reflektierte Äußerungen auch aus der Partei die dann gesagt haben du hast dein Ministeramt vom Parteivorsitzenden bekommen und jetzt müsstest du auch zurückdrehen wenn er das will oder so?

00:45:36: Das ist ja nicht wahr.

00:45:37: also das Ministeramt kriegt man ja von Bundespräsidenten.

00:45:40: deswegen ist auch kein Parteilogo auf der Urgunde sondern ein Bundesadler.

00:45:44: und das hat einen Grund dass das so ist weil man nämlich dass das Amt niemals für eine Partei übernehmen kann.

00:45:49: Das will unser Grundgesetz nicht, sondern ganz bewusst so angelegt, dass man dieses Amt nur fest gesamte Folge übernehmen oder gar nicht.

00:45:58: Und auch das ist eben ein Zwingen zur Verantwortung und ich wollte der gerecht werden.

00:46:03: Ich werde nicht aus der Partei ausgetreten damals aber ich war das nicht machbar und es war eine Sache, ich glaube das hat Olaf Scholz auch ganz bewusst gemacht weil er ... nicht bereit war, es dann, sag ich mal den FDP-Ministern besonders leicht zu machen.

00:46:21: Sondern er hat gesagt ihr müsst jetzt... Ihr habt gesehen wie's gelaufen ist?

00:46:25: Ihr habt die ganzen Verhandlungen mitbekommen?

00:46:27: Ihr kennt eure internen Gespräche und ihr kennt auch die Gespräche im Koalitionshausschuss.

00:46:32: Jetzt trefft eure Entscheidung und verantwortet sie Und Ich konnte nur so

00:46:45: War Olaf Scholz ein guter Kanzler?

00:46:47: Ja, das war ein guter Bundeskanzler.

00:46:49: Ich meine die Frage ist eben was sind die Anforderungen?

00:46:53: Olaf Scholz war ein sehr erfahrener oder ist ein sehr erfahrender Politiker.

00:46:57: er war sehr erfahren also auch Regierungserfahren als er in des Amts des Bundeskantlers kam.

00:47:03: Er hat einen Weitblick was internationale Politik angeht und einen scharfen analytischen Verstand.

00:47:12: Also ich als Bürger würde jetzt sagen Das ist schon sehr beruhigend, wenn diese Fähigkeiten vorhanden sind.

00:47:19: Dann kann man natürlich auch noch sagen, ob es wäre schön, wenn jemand einen tollen medialen Auftritt hätte oder irgendwie ... So, das kann man sagen.

00:47:28: und dann kann man auch sagen, dass nicht so seine Stärke, das wollte ich aber nie.

00:47:33: Aber wenn Sie mich persönlich fragen ... Mir ist es wichtiger, dass sich regiert werde als Bürger von jemandem, der reflektiert besonnen fahren als von jemandem, der mich jeden Tag mit irgendwas in den Medien überrascht.

00:47:47: Wo ich denke, hat er das zu Ende gedacht?

00:47:49: Oder ist es jetzt irgendwie nur der Zwischenstand von heute oder so?

00:47:53: Denn die Welt ist ein Pulverfass geworden.

00:47:56: Es ist ja nicht so ... dass wir unbedingt Leute brauchen, weil überall sind offene Benzingkanistern.

00:48:03: Also da braucht man ja nicht unbedingt jemanden, der mit Wunderkerzen durch die Gegend läuft.

00:48:08: Und deswegen finde ich, dass er verdient hat, dass man das auch sagt.

00:48:13: Ich sag mal, dann wird oft gesagt er hätte die Koalition strenger führen müssen oder so.

00:48:17: Aber es können sie nicht!

00:48:18: Sie können eine Koalition mit strengerer Hand führen wenn ihre Koalitionspartner sich auch nicht führen lassen wollen.

00:48:26: also ja das geht eben nicht.

00:48:29: In Olaf Scholz ein guter Kanzler war was ist denn Friedrich Merz?

00:48:33: Die Frage musste kommen.

00:48:34: Ja, aber ich ... Nein, ich will jetzt nicht den Stab über einzelne Politiker brechen.

00:48:41: Ich hab das zu Olaf Scholz gesagt, weil ich persönlich überzeugt bin.

00:48:45: Ich kenne ihn aus der Zusammenarbeit.

00:48:49: Muss man sagen, ich habe bei ihm auch immer geschätzt, dass er so ein Interesse an diesen Details hatte.

00:48:54: Das ist für einen Ressortminister schon sehr gut, wenn man eine Regierungschef hat und sich dafür interessiert, was man da genau macht.

00:49:03: Wenn man Geld braucht, wenn man Unterstützung braucht und so.

00:49:05: Und es war, fand ich schon sehr gut was er einfach gemacht hat.

00:49:09: Ich kann das bei Friedrich Merz nicht in gleichem Maße beurteilen.

00:49:14: Es ist für ihn schwierig genug ja wenn man sieht wie er gestartet ist und wie er jetzt doch auch mit der Realität konfrontiert sehen muss.

00:49:24: dass er auch keine Wunder vollbringen kann, sondern nicht mehr und weniger zu tun hat als die Probleme zu lösen, die komplex und herausfordernd sind.

00:49:33: Also manche Rede würde er vielleicht rückblickend noch mal überdenken, die ja über Olaf Scholz auch gesagt haben, sie können es nicht

00:49:41: usw.,

00:49:42: dann sind der unbeliebteste Kanzlerin Siemals gab.

00:49:44: Er hätte das wahrscheinlich nicht gedacht, aber das top.

00:49:51: Mit ein bisschen Blick auf die Zeit würde ich gerne noch aufmachen für Fragen hier aus dem Raum und natürlich auch digital.

00:49:59: Ich gucke einmal Richtung meiner Kollegin, okay, ich glaube es gibt viele Fragen.

00:50:05: fangen wir an.

00:50:06: Johannes Achlefeldt, ich komme zufällig ja auch aus Rheinland-Pfalz und deswegen würde ich Sie gerne fragen Ihre Erfahrung auf zwei verschiedenen Ebenen Ob sich Regierung eben auf diesen beiden Ebenen unterschiedlich darstellt, auch in der Konkretheit und der Zugewandtheit zu den Problemen der Bürger.

00:50:24: Und ich sage mal ... Wo bei Ihnen am Ende die Job-Satisfaction größer war?

00:50:29: Jetzt auf Landes oder Bundesebene?

00:50:30: Auf Landes- oder Bundsebene im Vergleich!

00:50:33: Also für mich war die Bundespolitik spannend da, weil die Themen, die ich hatte, Digitalisierung und Verkehr, das war schon nach Magen geschmackt, sehr schwierige Ressorts, auch technisch und fachlich.

00:50:50: Und demgegenüber ist es mir im Land etwas leichter gefallen zu regieren.

00:50:54: die Herausforderung im Bund war größer und das hat mir Freude gemacht mich der Herausforderungen auch zu stellen sag ich mal.

00:51:03: Im Land ist es aber schon auch sehr schön weil man nah an den Bürgerinnen und Bürgern dran ist wo man sagen muss in der Landespolitik werden manchmal auch Anforderungen gestellt.

00:51:13: was die örtliche Präsenz von Ministern angeht, ist auch schwierig.

00:51:18: Ich glaube ich bin in einem Jahr mal achtzigtausend Kilometer Auto gefahren durch das Land.

00:51:22: Da muss man sich dann auch irgendwie Frage stellen wie kriegt man eigentlich seine Arbeit noch geregelt?

00:51:26: und es ist manchmal wirklich ... Ist ja auch ein Zeichen von Zulagung mit den Leuten sagen wir wollen unseren Minister vor Ort haben.

00:51:32: wenn man von ihnen erwartet dass sie so im Land immer einen Flächenland trellern falls, weil jeder Kreisbauhandschaft bei der Mitgliederversandung einmal auftauchen oder so.

00:51:42: Es ist nicht, dass ich es nicht gerne gemacht hätte.

00:51:44: Aber der Zeitaufwand hat eine erhebliche Relevanz.

00:51:49: Und das ist dann schon manchmal so das Gefühl gewesen, dass man das nicht wirklich erfüllen kann was für Erwartungen an einen da heran getragen werden und da kommt man dann in so ein Konflikt... Ich habe aber doch so viele wichtige Entscheidungen dazu treffen, ich muss mich jetzt in diese Sachen einarbeiten.

00:52:03: Und jetzt soll ich da schon wieder hundertfünfzig oder zweieinhalb Kilometer fahren und das Gleiche sagen, was ich letzte Woche schon im anderen Ort gesagt hab.

00:52:12: Das waren manchmal so innere Zerriffenheiten bei mir, die wir zum Bund etwas einfacher gemacht haben, sag' ich mal.

00:52:18: Haben wir noch weitere Fragen?

00:52:19: Sicher?

00:52:20: Ja, ich hab noch viele!

00:52:20: Wann dürfen wir Sie zurückerwarten an der Politik, Herr

00:52:25: Bessing?

00:52:26: Ich bin aufgefragt worden, ist das jetzt als Ende der politischen Laufbahn oder so?

00:52:31: Ich weiß es nicht.

00:52:32: Ich hab im Moment gar keine Ambitionen, Politik zu machen und ich gehöre keiner Partei an.

00:52:37: Insofern ist es sehr unwahrscheinlich, dass ich in die Politik zurückkehre.

00:52:41: Ich sehe aber auch keinen Grund zu sagen, ich werde das auf keinen Fall machen, mich da irgendwie festzulegen weil wir nützt das außer denjenigen, die's mir hinterher vorwerfen wenn ich mich doch anders entscheide immer unabhängig gewesen von diesen politischen Aufgaben.

00:52:56: Und damit meine ich jetzt nicht nur wirtschaftlich oder weil ich einen anderen Hof habe, sondern auch innerlich davon unabhängig gewesen.

00:53:03: Ich hab mich nie daran geklammert.

00:53:06: Wie man so schön sagt, mein Herz dran gehängt.

00:53:08: Ich habe es mit Leidenschaft gemacht und gerne gemacht aber ... Ich kann Ihnen sagen das hat auch Schattenzeiten.

00:53:15: Also jemand hat mich gefragt als ich aus dem Amt ausgeschrieben bin wie geht's dir?

00:53:20: Und dann habe ich gesagt, blendend auch so wirklich.

00:53:22: Dann hab ich gesagt ja, weil an dem Tag, an den mich ausgeschieben bin, war mir blitzartig klar, dass über neunneinundzeig Prozent der Probleme die ich vorher hatte gar nicht meine eigenen waren und das ist schon sehr befreiend.

00:53:35: Also es kann jetzt zum Beispiel irgendwo in Deutschland eine Autobahnbrücke gesperrt werden.

00:53:39: Das ist nicht mein Problem.

00:53:41: Es sei denn nicht wilder gerade fahren.

00:53:43: Vorher war's da schon Ja?

00:53:45: Und insofern ähm...es ist auch schön einfach nur Birgerl zu sein in diesem Land.

00:53:50: Das ist ein wunderbares Land, in dem man viel machen kann.

00:53:55: Aber weil ich es so mag, würde ich mich jetzt auch nicht verweigern, wenn ich das Gefühl hätte ... Ich könnte irgendwie der Sache dienen, aber ich strebe das nicht an und sucht das nicht.

00:54:07: Und ich bin leidenschaftlicher Jurist.

00:54:09: Ich hab diesen Beruf immer geliebt.

00:54:11: Ich bin total happy!

00:54:12: Ich habe heute grad einen Prozess am ULG gewonnen.

00:54:14: Es war nicht total glücklich.

00:54:16: Was meinen Sie?

00:54:21: Welche Verantwortung sollten wir nach diesem Abend mit nach Hause nehmen?

00:54:27: Was möchten Sie unseren Gästen mit auf den Weg geben?

00:54:31: Seien sie sich bewusst, dass es auf sie ankommt.

00:54:34: Also sie sind der entscheidende Faktor und zwar jeder Einzelne von ihnen.

00:54:40: Die anderen werden schon richten oder was kann ich schon beitragen?

00:54:44: Damit nehmen sie sich die eigene Wirkmacht.

00:54:49: Und das darf man nicht passieren!

00:54:51: Erinnern Sie sich daran, dass sie die großen Sachen von Individuen gekommen sind.

00:54:54: Und wir müssen uns auch im Klaren sein, dass wir eine große Verantwortung haben.

00:55:02: Wir haben jetzt eine längere Zeit des Friedens gehabt in Deutschland und Europa.

00:55:07: Aber in der Geschichte ist es doch eine kurze Zeit.

00:55:10: Wenn Sie erlauben, würde ich Ihnen vielleicht noch einen kleinen Passage lesen aus dem Buch, den mir besonders am Herzen liegt.

00:55:16: Ich will Ihnen sagen ... Vielleicht folgendes?

00:55:21: In unserer Demokratie ist jeder frei, sich eine eigene Meinung zu bilden.

00:55:24: Aber nicht jede Meinung ist gleich viel wert und nicht alles was in unserer Demokratier erlaubt ist auch gut.

00:55:31: Es muss ganz klar sein man kann nicht der Freiheit dienen indem man offen dafür ist sie für einen Teil der Menschen infrage zu stellen.

00:55:37: Und Man wird dem Freiheitsbegriff unserer Verfassung nicht gerecht wenn man ihn nur auf die menschen bezieht die in deutschland geboren wurden und unsere Staatsangehörigkeit besitzen.

00:55:47: Es gibt nur menschliches Blut, hat Margot Friedländer

00:55:50: gesagt.".

00:55:51: Wir können uns also entscheiden gehen wir mit denen die hassen und ausgrenzen oder suchen wir einen gemeinsamen Weg mit unseren Mitmenschen?

00:55:57: beides ist möglich aber nicht gleichwertig wenn wir Hass verbreiten oder ihn uns zu eigen machen und die Saat aufgeht müssen wir verantworten was wir getan haben und mit der Hernte leben.

00:56:08: Wenn wir den Hass zurückdrängen, friedlich und respektvoll miteinander umgehen.

00:56:12: Nicht gegeneinander sondern miteinander leben müssen wir uns über die Zukunft keine Sorgen machen.

00:56:17: Wem das bewusst ist der kann daraus Zuversicht im Optimismus schöpfen.

00:56:21: Wir nicht.

00:56:21: andere entscheiden über unsere Zukunft!

00:56:23: Wir können viele Probleme nicht weg diskutieren.

00:56:25: Wir können sie aber lösen oder zumindest abnildern wenn wir gemeinsam handeln.

00:56:30: in Notlagen erkennen dass die Menschen.

00:56:33: Nach den Kriegen hat sich der Hass unter den europäischen Völkern schnell in Luft aufgelöst.

00:56:38: Die Toten und die Trümmer, der Humor und die Trauer ließen keinen Raum mehr für Abgrenzung, Empörung oder Pessimismus.

00:56:45: gefragt worden – Gemeinsinn, Zuversicht und Hoffnung!

00:56:48: Das hässliche Gesicht des Krieges und der Feindschaft war auf so belastende Art allgebenwärtig das man nichts mehr damit zu tun haben wollte.

00:56:55: Man sehnte es sich nach dem sanften Lächeln des Friedens.

00:56:59: So schnell ändern sich die Perspektiven.

00:57:01: daraus können wir viel lernen.

00:57:04: Allerdings neigen wir auch zum Vergessen.

00:57:06: Bei aller Erinnerungskultur schwindet die Nähe zu historischen Ereignissen von Generationen zur Generation, die Bauernkriege, Napoleon aus.

00:57:14: Feldzüge durch Europa sind weit weg und auch die beiden letzten Weltkriegel verlieren ihre Zeitzeugen.

00:57:20: je weiter das hässliche Gesicht von Krieg und Feinschaft hinter uns liegt es du.

00:57:24: häufiger fangen Menschen an sich am sanften Lächeln des Friedens zu stören.

00:57:28: sie finden es langweilig und wenig ambitioniert.

00:57:32: Die friedliche Auseinandersetzung mit anderen stört sie im Alltag, der in privaten Recht komfortabel geworden ist.

00:57:39: Sie sehnen sich nach huckartiger Veränderung und nach Disruptionen dem großen Knall.

00:57:43: Sie haben Bilder im Kopf die sie verführen mehr Effizienz durch weniger Diskussionen, mehr Privatheit durch weniger Staat, weniger Probleme indem man sie ignoriert oder aus dem Land wirft.

00:57:55: Ich spring mal nun damit jetzt zur kurze Passage.

00:57:57: Im Wohnzimmer meiner Großmutter hing ein Bild.

00:58:00: darauf stand folgender Spruch Not ist auch Notwendigkeit, weil vieles nur aus Not gedeiht.

00:58:08: Ich habe mich als Kind daran gestört, dass dort notpositiv dargestellt wurde.

00:58:12: Der Spruch klang für mich wie eine Aufforderung Not zur Akzeptierung und ich habe mich gefragt ob das bedeutet, was auch ich in meinem Leben mal Not leiden soll?

00:58:21: Weshalb hatte sie so etwas an einer zentralen Stelle im Raum aufgehängt?

00:58:26: Ich habe sie nie danach gefragt.

00:58:27: Heute denke ich mir, dass ich damit ihre Situation erträglicher machen wollte.

00:58:31: mein Großvater ist in den letzten Wochen des Krieges an der Ostfond gefallen.

00:58:35: seine Frau stand alleine da mit drei Jungs ohne Dach über dem Kopf.

00:58:38: die Familienwohnung in der Kaserne musste sie räumen.

00:58:42: Der Gedanke das auch diese Situation Gedeihliches hervorbringen kann war für Sie sicher tröstlich.

00:58:48: so konnte sie wenigstens einen Sinn in der eigene Lage sehen.

00:58:52: Inzwischen kann ich das verstehen, den Spruch mag ich immer noch nicht.

00:58:55: Ich will mich nicht damit abfinden dass es so weiter geht wie es war.

00:58:58: Das Krieg den Frieden ablöst bis wieder Frieden herrscht auf deshalb habe ich mich politisch engagiert und bin weiterhin ein politischer Mensch.

00:59:06: Ich kann den spruch nur akzeptieren wenn die Not die da noch in gesprochen wird jene ist die hinter uns liegt.

00:59:13: Wenn man das so sieht erinnert uns der spruch daran dass wir alle in der Verantwortung stehen aus der not des letzten krieges etwas gutes gedeihen zu lassen.

00:59:34: Ich denke, ein schöneres Schlusswort können wir gar nicht finden.

00:59:37: Vielen Dank, Herr Wissing, dass Sie bei uns waren!

00:59:44: Das Buch ist toll, man sollte es unbedingt lesen.

00:59:47: Wir haben dreißig Exemplare die wir nachher verschenken wie Herr Wissing signieren wird.

00:59:52: Da hinten bei uns bei unser SmartChat-Ecke kommen sie noch rum wenn Sie gerne ein signiertes Buch haben wollen.

00:59:59: Mir bleibt ja nur noch zu sagen wie gesagt vielen Dank Herrn Wissingen dass Sie bei uns waren.

01:00:02: das war uns glaube ich allen ein großes Fest.

01:00:05: Ich darf auch nochmal applaudieren.

01:00:20: Bei uns geht es noch weiter Im September, klar.

01:00:23: Wir haben sehr viele Veranstaltungen.

01:00:24: Nächste Woche werden wir unter anderem mit René Obermann und Nicole Lange zum Thema Sparta und wie wird Europa-Verteidigungswürdig sprechen?

01:00:34: Auch ein schwieriges Thema.

01:00:36: Genau auch da sind Sie natürlich herzlich eingeladen.

01:00:38: Kommen Sie vorbei!

01:00:39: Wir freuen uns auf sie.

01:00:40: Und jetzt erst mal einen schönen Feierabend.

01:00:42: vielen Dank.

01:00:43: Ein schöner Sie dabei.

01:00:53: Vielen Dank für Ihr Interesse und bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt Basecamp auf die Ohren digitales und

01:00:58: Politik.

01:00:59: Bis dahin alles Gute und bleiben Sie mit uns verbunden!

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